Neisser Land

Neisser Land

Das Neisser Land im Westen Oberschlesiens stellt das historische Fürstentum Neisse dar, welches 1201 von Herzog Heinrich von Schlesien dem Bischof von Breslau zum Eigentum übergeben wurde. Das Gebiet wurde deshalb noch bis in die frühe Neuzeit eher zu Niederschlesien gerechnet. Mit dem Sieg Preußens über die Habsburgermonarchie 1742 kam der nördliche Teil mit Neisse (Nysa) und Grottkau (Grodków) an Preußen, der Süden wurde zu einem Teil „Österreichisch-Schlesiens“. 

Erst 1816 wurde der preußische Teil des Neisser Landes dem Regierungsbezirk Oppeln und damit Oberschlesien zugeschlagen. Nach der Auflösung der K&K-Monarchie 1918 kam der Südteil zur Tschechoslowakei. Heute bildet der Norden den Westen der polnischen Wojewodschaft Oppeln (woj. opolskie), während der Süden zum tschechischen Bezirk Olmütz (Olomoucký kraj) gehört.

Das historische "Neisser Land".



 Neisser Bäuerin, Kupferstich aus: Zimmermann, Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 1784.

Während der Norden des Neisser Landes durch fruchtbare Ackerböden gekennzeichnet ist, erheben sich im Süden die Ausläufer des Altvatergebirges (tsch. Hrubý Jeseník). Im Mittelalter befand sich hier der Grenzwald zwischen Nieder- und Oberschlesien. Das Gebiet wurde fast vollständig von deutschen Siedlern gerodet, welche der Bischof ins Land geholt hatte.

Deshalb waren beide Teile des Neisser Landes bis 1945 vollständig deutschsprachig. Die deutsche Bevölkerung des Gebietes wurde nach dem II. Weltkrieg von Polen bzw. Tschechen praktisch vollständig vertrieben. Deshalb wird im nördlichen Teil heute nur noch Polnisch, im Süden hingegen Tschechisch gesprochen. Hier machen auch die Roma eine bedeutende Minderheit aus.

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