Krascheow

Krascheow (Krasiejów)

Geschichte

Die ersten Bewohner von Krascheow und seiner Umgebung waren Saurier der Spezies „Silesaurus opoliensis“, eine Gattung von mittelgroßen, vermutlich pflanzenfressenden „Nicht-Vogel-Archosauriern“. Diese Verwandten der Dinosaurier lebten hier vor ca. 200 Mio. Jahren. Eine erste menschliche Besiedlung ist für das frühe Mittelalter anzunehmen. Der Ort Krascheow wird allerdings erst im Jahre 1292 als „Crasseow“ erwähnt. 1532 erscheint der Ort unter dem Namen „Krasizegow“. Im 18. Jahrhundert lag er genau an der östlichen Grenze des Kreises Oppeln. Vermutlich war die Kirche in Krascheow ursprünglich Pfarrkirche des Ortes, im 19. Jahrhundert erscheint sie jedoch als Filiale des Nachbarortes Sczedrik. Zu dieser Zeit gab es in Krascheow 16 Bauern, 16 Gärtner und 80 Häusler. Letztere arbeiteten v.a. in der regionalen Industrie. So wurde z.B. im Jahre 1821 hier am rechten Ufer der Malapane eine königliche Gewehrfabrik gegründet, die aber in der Mitte des 19. Jahrhunderts schon wieder eingegangen und in eine „amerikanische“ Dampfmühle umgebaut worden war.


Zwischen 1910 und 1913 wurde im Ort eine neue neobarocke Kirche erbaut. Am 31. März 1913 brannte das Dorf fast ganz ab, im gleichen Jahr erhielt Krascheow aber zwei neue Brücken über die Malapane. Bei der Volksabstimmung im Jahre 1921 stimmte nur gut die Hälfte der Bewohner für den Verbleib bei Deutschland. Unter den Nationalsozialisten wurde Krascheow 1936 in „Schönhorst“ umbenannt, nach Ende des Zweiten Weltkrieges in der Volksrepublik Polen in „Krasiejów“. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts an wurde im Raum Krascheow ein rötlicher Tonstein abgebaut, seit 1974 sogar in einem großen Tagebau. In dieser Grube wurden seit 1993 paläontologische Ausgrabungen durchgeführt. Vom polnischen Paläontologen Jerzy Dzik wurden 2003 hier gemachte Skelettfunde unter dem Namen „Silesaurus opolensis“ beschrieben. 2010 wurde der „JuraPark Krasiejów“ eröffnet, in dem diese Skelette besichtigt werden können.

Krascheow auf einer Karte aus dem Jahre 1736.

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche der Margareta-von-Antiochia


Die der hl. Margareta-von-Antiochia geweihte Kirche in Krascheow wurde zwischen 1910 bis 1913 in neobarockem Stil erbaut. Die Orgel, Altäre und die Kanzel wurden in Regensburg angefertigt. Als besondere Sehenswürdigkeit enthält sie in einem Seitenaltar eine sehr alte Kopie des Muttergottesbildes von Tschenstochau. Diese wird auf das 17. Jahrhundert datiert. Von besonderer Bedeutung für die Verbreitung der Mariendarstellung im Tschenstochauer Typ auch in Oberschlesien muss der Beschluss der Krakauer Synode von 1621 gewesen sein, das Bild in Tschenstochau als Vorbild für die ikonographische Darstellung der heiligen Jungfrau Maria zu verwenden. Das Bild in Krascheow wird daher wohl kurz danach entstanden sein.

Pfarrkirche zur Hl. Margareta von Antiochia.



Kopie der Muttergottes von Tschenstochau aus dem 17. Jahrhundert.

Jurapark Krasiejów

Paläontologischer Pavillon mit Dinosaurier im Vordergrund.

Eingang zum JuraPark mit Gastronomie.


Das Gelände des JuraParkes umfasst ein Evolutionsmuseum, einen Paläontologischen Pavillon, in dem Skelette des ca. 1,70 Meter langen Silesaurus Opolensis besichtigt werden können, und einen 300 Meter langen Zeittunnelt, in dem man sich auf eine Reise durch Milliarden von Jahren der Existenz des Universums begeben kann. Hinzu kommen zahlreiche Dinosaurierfiguren in Originalgröße, ein Spielplatz u.v.m.


Der JuraPark ist inden Sommermonaten i.d.R. montags bis freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen in deutscher Sprache finden Sie hier:


JuraPark

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Silesaurus opoliensis hinter der dreisprachigen Informationstafel.



Originalknochen des Silesaurus opoliensis.


Anreise

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