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Schmalspurbahnhof Beuthen Karf (Bytom Karb)
Die 1841 gegründete Oberschlesische Eisenbahn AG baute 1842–1847 die Strecke Breslau – Cosel – Myslowitz. Von 1851 bis 1855 entstand ein 785 mm breites Schmalspurnetz zur Erschließung des oberschlesischen Industriegebiets, das später stark erweitert wurde. Zunächst als Pferdebahn betrieben, setzte sich der Lokomotivbetrieb erst ab 1872 dauerhaft durch. 1884/1904 ging das Netz in Staatsbesitz über und erreichte 1965 mit 233,5 km seine größte Ausdehnung. Über 150 Jahre transportierte es vor allem Kohle und Erz für Bergwerke und Hütten, bevor es in den 1990er Jahren nahezu alle Kunden verlor. Auf der heute einzigen betriebenen Strecke Beuthen – Tarnowitz – Georgenberg (Bytom – Tarnowskie Góry – Miasteczko Śląskie) verkehrt eine Touristikbahn. Betriebliches Zentrum ist der Bahnhof Beuthen Karf (Bytom Karb Wąskotorowy).
Bahnhof Beuthen Karf ...
mit antiken Lokomotiven ...
und Schuppen zur Wartung der Museumsbahnen.
In der Umgebung
Radzionkau
Das Dorf Radzionkau im Beuthener Land, in dem bereits im Mittelalter Bergbau betrieben wurde, ist seit 1326 als Pfarrort belegt. Seit dem 18. Jahrhundert gewann Radzionkau durch den Abbau von Galmei (Zinkerz) stark an Bedeutung. Die Bergwerksgesellschaft Georg von Giesche’s Erben entwickelte sich zum größten Unternehmen des Ortes. Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier Steinkohlebergbau betrieben, zudem wurden Eisenerz und Kalkstein gefördert. 1883 wurde zudem eine Zinkhütte errichtet. Nach der Volksabstimmung in Oberschlesien fiel der Ort 1922 an Polen und wurde in Radzionków umbenannt. 1951 erhielt der Ort Stadtrecht, wurde jedoch am 1. Juli 1975 nach Beuthen (Bytom) eingemeindet. Mit der Stilllegung der Bergwerke 1996 endete die jahrhundertelange Bergbautradition.

Pfarrkirche und Bahnhofstraße um 1900.
Dokumentationszentrum der Deportation von Oberschlesiern zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion
Im Jahre 2015 wurde im ehemaligen Bahnhof ein Dokumentationszentrum der Deportation von Oberschlesiern zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion zum Ende des Zweiten Weltkriegs eröffnet. Da viele der Verschleppten während der Haft in den Arbeitslagern ums Leben kamen, ist das Zentrum ein besonderer Ort des Gedenkens. Zu den Ausstellungsstücken gehört ein hölzerner Eisenbahnwaggon, der an die für die Deportationen eingesetzten Transporte erinnert. Ergänzt wird die Ausstellung durch persönliche Briefe und weitere Erinnerungsstücke der Verschleppten. Neben klassischen Exponaten ist das Museum interaktiv konzipiert. Ziel des Dokumentationszentrums ist es, Materialien zu den Deportationen zu bewahren und umfassend über dieses Kapitel der Geschichte zu informieren.

Das alte Bahnhofsgebäude
Weitere Informationen zum Deportationszentrum finden Sie in deutscher Sprache hier:
Eisenbahnwaggon als Denkmal...
und die Ausstellung im Deportationszentrum.




















