Weichsel

Weichsel (Wisła)

Geschichte

Die kleine Stadt Weichsel (poln. Wisła) liegt mitten in den Schlesischen Beskiden am gleichnamigen Fluss Weichsel, der etwa zehn Kilometer südöstlich der Stadt entspringt. Traditionell gehört Weichsel zum Herzogtum Teschen. Zusammen mit dem nördlichen Ustron bildet Weichsel heute ein beliebtes Erholungs- und Feriengebiet.


Das Waldgebiet um Weichsel wurde erst seit beginn des 17. Jahrhunderts von Holzfällern, Walachen (romanischsprachigen Südosteuropäern) und evangelischen Glaubensflüchtlingen aus den nördlichen Landesteilen des Herzogtums Teschen besiedelt. Die Menschen hier lebten v.a. von der Waldwirtschaft und der Schafzucht. Der Ort Weichsel wird erstmalig in einer Urkunde des Jahres 1615 erwähnt, in der die Abgaben der örtlichen Mühle geregelt werden. Als der Ort im Jahre 1653 an die Habsburger fiel, wurde im Rahmen der Gegenreformation zuerst die evangelische Kirche im Ort abgerissen. Trotzdem siedelten sich im Ort weitere Protestanten an, die den Gottesdienst allerdings im Geheimen in den naheliegenden Wäldern halten mussten. Am Ende des 18. Jahrhunderts war der Ort fast komplett evangelisch. Erst durch das Toleranzpatent Kaiser Josephs II. aus dem Jahre 1782 erhielt die evangelische Gemeinde wieder das Recht zum Bau einer eigenen Kirche.


Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts erwarb sich Weichsel den Ruf eines Kur- und Erholungsortes, der touristische Aufschwung kam aber erst am Ende dieses Jahrhunderts. Seit den 1880er Jahren entstanden mehrere Villen und Pensionen, gleichzeitig ging die Almwirtschaft zurück. Stattdessen wurden zahlreiche Almen wieder aufgeforstet, um den steigenden Holzbedarf des sich entwickelnden Hüttenwesens befriedigen zu können.


Bis heute ist Wisła das unbestrittene Zentrum der polnischsprachigen Lutheraner in Polen. Bereits nach einer Volkszählung des Jahres 1910 waren 94,4% der Bewohner von Weichsel lutherische Protestanten, nahezu 100% sprachen den einheimischen slawisch-polnischen Dialekt.


Das Herzogtum Teschen in der Mitte des 18. Jahrhunderts


Deshalb kam Weichsel nach dem Ersten Weltkrieg zusammen mit dem Großteil des Herzogtums Teschen an die Polnische Republik, die den Ort nun auch formell in Wisła umbenannte. In der Zwischenkriegszeit entwickelte sich der Ort zu einem der bedeutendsten Kurorte in den polnischen Beskiden. Im Zweiten Weltkrieg wurde Wisła im Rahmen der deutschen Besatzung in Weichsel/OS – und später in Hohenweichsel – umbenannt sowie in den Landkreis Teschen eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort Teil der Volksrepublik Polen, die die privaten Pensionen und Villen enteignete.  Im Verlaufe der folgenden Jahre wurde der Ort zu einem Erholungsort für die Arbeiterschicht der oberschlesischen Industrieregion. Im Jahre 1962 erhielt Wisła das Stadtrecht.


Sehenswürdigkeiten

Evang.-luth. Peter-und-Paul-Kirche


Die evangelische Peter-und-Paul-Kirche ist die älteste Kirche der Stadt. Der Grundstein wurde am 29. Juni 1833 gelegt, das Gebäude von dem Architekten Edward Koerber entworfen. Der Bau der Kirche im klassizistischen Stil dauerte fünf Jahre bis 1838. Zwischen 1861 und 1863 wurde dem Kirchenbau ein Vorbau mit einem 35 m hohen Turm hinzugefügt.


In den 1830er Jahren besuchten mehr als 800 Menschen den Sonntagsgottesdienst, an Feiertagen und zu großen Festen sogar mehrere tausend. Die Kirche kann nach Vereinbarung im gegenüberliegenden Pfarrbüro besichtigt werden. 



Museen

Beskidenmuseum

(Muzeum Beskidzkie im. A. Podżorskiego)


Das Beskidenmuseum befindet sich im ehemaligen Gasthausgebäude von 1794. Hier kann man das Innere einer „Goralen-Stube“, d.h. die Inneneinrichtung von Häusern der polnischsprachigen Bergbewohner aus den Beskiden, besichtigen. Zudem gibt es eine historische Schmiede und ein historisches Schulhaus auf dem Gelände des Museums.

 

Öffnungszeiten:

Mo / Di / Do / Fr: 10.00 - 15.00 oder 15:30 Uhr

Mi: 09:00 – 17:00 Uhr (im Sommer sogar bis 20:00 Uhr)

Sa / So: 8.30 - 13.30 Uhr

 

Weitere Informationen zum Beskidenmuseum finden Sie (nur in polnischer) Sprache hier:


Muzeum Beskidzkie

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"Goralenstube" im Beskidenmuseum

Ausstellung zum täglichen Leben, ...


... insbesondere zur Schafzucht und Wolleverarbeitung.

Die Schmiede des Museums, ...


... in der den Besuchern die Arbeit eines Schmiedes gezeigt wird.


Habsburger Jagdschlösschen

(Pałacyk myśliwski Habsburgów)


Das Holzgebäude stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich befand es sich auf einer Lichtung unterhalb des nahen Berggipfels der Barania Góra. Von dort wurde das Gebäude im Jahre 1986 zerlegt ins Stadtzentrum von Wisła gebracht. Derzeit enthält das Haus eine Ausstellung „Der Auerhahn in den Wäldern der schlesischen Beskiden“.

 

Öffnungszeiten

Mo – Fr: 9:00 - 16:00 Uhr

Sa: 9:00 - 14:00 Uhr (nur im Sommer)

 

Weitere Informationen zum Habsburger Jagdschlösschen finden Sie (nur in polnischer) Sprache hier:


Pałacyk myśliwski Habsburgów

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Ausstellung "Der Auerhahn in den Wäldern der schlesischen Beskiden"


Anreise

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